Die Erzählung "Lichtblick" von Kurt Schorn zeigt schon in ihrem Untertitel, worum es geht: Auswirkung und Bewältigung einer unheilbaren Netzhauterkrankung. Es ist die Geschichte von Piet und Sophia, die ihr Psychologiestudium beendet haben und eine gemeinsame Zukunft planen. Bei einem vom künftigen Arbeitgeber geforderten Gesundheitscheck wird bei Piet eine kleine Abweichung vom Sehvermögen festgestellt. Weitere Untersuchungen folgen und am Ende lautet die Diagnose: Retinopathia Pigmentosa, momentan nicht heilbar. Das war ein Schlag. Kurt Schorn drückt es so aus: "Piet fühlte sich wie ein geprügelter Hund". Und in seinem Kopf kreisen viele Fragen: Werde ich blind? Was bedeutet das für meinen Beruf? Wird mich Sophia noch so lieben? Wie sieht es mit unserem Kinderwunsch aus? Und die Kardinalfrage: Kann ich so leben? Kann er wirklich so weiterleben? Undramatisch, offen, realistisch und nachvollziehbar stellt K. Schorn die einzelnen Phasen dar, die Piet nach der schockierenden Diagnose durchläuft. Es ist sehr wichtig, dass alle diese Tiefpunkte durchlebt und bearbeitet werden. Nur dann können sie angenommen und bewältigt werden. Lichtblick ist auch eine Erzählung, die Trost und Hoffnung bringt. Piet zeigt dem Leser, wie und dass er mit den Problemen fertig wird, ja noch mehr, dass er ein neues, befriedigendes Leben, unter einer etwas anderen Blickrichtung als am Anfang, aufbauen kann. Auch die durch die Krankheit auftretenden Partnerschaftsprobleme lassen sich gemeinsam lösen. Das Ende der Erzählung ist beinahe zu schön. Lassen Sie sich überraschen von einem Buch, das gut zu lesen ist und Mut macht.