Analytische Psychologie; C.G. Gustav Jung; Emanuel Swedenborg; Urschönheit; der siebenstufige Weg; Individuation; Geistige Wiedergeburt; Tiefenpsychologie; Theologie … sind die Schlagworte dieser Arbeit, der man die persönliche Bewegtheit der Autorin auch äußerlich ansieht. Der Quartband spart nicht mit meist ganzseitigen Abbildungen in Farbe, die nicht nur der Illustration sondern jeweils auch der kontemplativen Betrachtung an sich gute Dienste leisten. Dr. Marianne Katterfeldt ist Fachärztin für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und blättert hier ihre Interpretation der für sie vielenorts gefundenen Siebenheit bzw. Siebenstufigkeit des menschlichen Seins auf. Carl Gustav Jungs „Individuation“ und Emanuel Swedenborgs „geistige Wiedergeburt“ stellen für sie Pionierleistungen dar, die für eine moderne Konzeption der uralten ganzheitlichen Weisheitsüberlieferungen tauglich und brauchbar sind. Als Ärztin und Psychoanalytikerin sieht sie ihre Aufgabe darin, Hilfestellung zur Heilung zu vermitteln, gemäß der Abstammung des Wortes vom germanischen „hailag“ = ganz. Seiner Bestimmung nach der „philosophia perennis“ - der ewigen und immerwährenden Liebe zur Weisheit – verpflichtet, hat der Mensch als „Bürger zweier Welten“ (Swedenborg) neben dem Erringen moderner Weltauffassungen auch „auf einen inneren Weg zu kommen“, damit er auf Heilung rechnen kann. Katterfeldts Buch ist ein Kompendium an Entsprechungen. Sie spürt die von ihr gesehene Siebenstufigkeit nicht nur bei Jung und Swedenborg auf, sie ortet ägyptische, griechische und kabbalistische (Lebensbaum) Ensprechungen. Sie findet sie in der Chakrensymbolik des Kundalini, im christlichen Schöpfungsmythos, den sie besonders ausführlich aufschlüsselt, aber auch im christlichen Messritual und schließlich im möglichen inneren Weg eines modernen Alltagslebens.
Die Urschönheit des Menschen bietet ein großzügiges Format, Schrift im Großdruck, eine Fülle an Spruchzitaten und Gedichten von Vertretern aller Zeiten und Kulturen, die noch einmal im Kapitel VII als „Ausklang mit sieben Bildern und Gedichten“ kulminieren. Insgesamt eine umfangreiche, beherzte und sehr persönliche Zusammenschau zum großen Kosmos der Sieben.
F. W. Schmitt